Doc, was willst Du mir sagen???

von Rosi Laukamp

Nach Wochen im Krankenhaus kehrt zu Hause allmählich Routine ein. Man weiß mittlerweile, was los ist, wie man mit dem Kind umgehen muss und wann die Augen getropft werden müssen, aber ein neuer Arzttermin steht an. Was muss ich mitnehmen? Am besten, alles was man gebrauchen könnte. Hinfahren, zur Anmeldung und warten. Lukas wird quengelig und das Kind beruhigen, eine halbe Stunde vergeht und man wird aufgerufen. Lukas wird zur Untersuchung vorbereitet, dass heißt, die Pupillen werden groß getropft, schon wieder eine halbe Stunde warten. Endlich kommen wir ins Behandlungszimmer. Lukas wird untersucht, aber es gefällt ihm nicht, weil er schon wieder müde ist. Der Arzt erzählt kurz und knapp, das und das ist mit Lukas. Medikamente, speziell Augentropfen, werden geändert. Man packt zusammen und geht nach Hause. Lukas bekommt etwas zu essen und wird ins Bett gelegt.

Man selbst kommt zur Ruhe, eine Tasse Kaffee in der Küche und überlegen, was hat der Arzt eigentlich erzählt. Fragen kommen auf, die vorher nicht präsent waren. Erst einmal einen Zettel holen und aufschreiben, was man für Fragen hat, dann überlegen, wie kann man diese am besten beantwortet bekommen, beim Arzt anrufen und einen Termin für abends als letzter Patient ohne Kind machen, aber mit der Bitte um Zeit. Dieses war nicht einfach, aber ich habe mich durchgesetzt, kurzfristig einen Termin zu bekommen. Der Termin war so, dass mein Mann mitkommen konnte. Vorher noch einmal überlegt, Fragen über Fragen, aber diesmal konkrete und verständliche Antworten. Der Zettel mit den Fragen wurde Stück für Stück abgearbeitet. Danach wurde gemeinsam überlegt, wie können wir die Wartezeit in der Praxis für Lukas verkürzen. Die Vorbereitungen mit Pupillen groß tropfen kann ich zu Hause machen. Die Termine frühzeitig legen, so dass man ziemlich als erster Patient drankommt. Mit jedem Besuch in der Praxis wird man ein bisschen sicherer. Man weiß mittlerweile, was auf einen zukommt und vorher wird schon überlegt, welche Fragen habe ich und welche Fragen möchte ich beantwortet haben.

Viele Dinge, so leid wie es einem auch tut, kann der Arzt nicht beantworten. Es gibt Krankheitsverläufe, die der Arzt nicht vorhersehen kann. Man muss hoffen, dass alles in dem Rahmen so wie es ist, bleibt und sich nicht verschlechtert.

Aufgefallen ist uns, dass viele Ärzte nicht wissen, wie es mit der Frühförderung vonstatten geht. Häufig sind hier die Kinderärzte am besten informiert. Daher sollte man eine gute Zusammenarbeit zwischen Kinderarzt und Augenarzt fördern.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass im Laufe der Jahre, bei uns sind es 9, sich ein sehr gutes Verhältnis zwischen dem Augenarzt und uns aufgebaut hat. Man tauscht mittlerweile auch außerhalb von Arztterminen Informationen aus. Dies geschieht entweder telefonisch oder per Briefverkehr. Davon hat jede Seite schon profitiert und manchmal denken wir, dass es so sein sollte, um anderen Familien in ähnlichen Situationen zu helfen. Anmerken möchten wir noch, dass unser Sohn Lukas 9 Jahre alt ist, auf einem Auge erblindet und auf dem anderen Auge Sehreste hat.

Über Reaktionen oder andere Erfahrungen für unsere Zeitung würden wir uns sehr freuen.

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