Unser Kind wird ein I-Dötzchen
- Erfahrungen rund um den Schuleintritt. Ein Fortsetzungsroman -
Zoe, unsere fünfjährige, lebenslustige und aufgeweckte Tochter wird in diesem Sommer eingeschult. Da Zoe eine hochgradige Sehbehinderung (Visus 4%) hat, machten wir uns die Entscheidung für die passende Schulform nicht leicht. Schließlich setzt die Grundschule die Weichen für das zukünftige Leben in einer Leistungsgesellschaft.
Soll sie ortsnah zusammen mit ihren Freunden aus dem Kindergarten eingeschult
werden? Zur Wahl stand eine Montessori Grundschule direkt hinter unserem
Garten.
Sicherlich, der Schulweg war verlockend… Aber die Aussicht auf eine Klassengröße
von über 30 Kindern, keine Erfahrungen im Hilfsmittelgebrauch und der Förderung
sehbehinderter Kinder ließen uns schnell Abstand nehmen.
Nach der intensiv betreuten Kindergartenzeit in einer privaten Einrichtung mit gerade mal acht Kindern, suchten wir eine gute Möglichkeit, Zoe auch weiterhin eine gute Förderung zukommen zu lassen, in einem Umfeld, in dem sie wachsen und gedeihen kann.
Wir haben uns für die Rheinische Schulen, Förderschwerpunkt Sehen in
Düsseldorf (Lärchenweg 23, 40599 Düsseldorf, Tel: 0211-9995774) entschieden.
Eine Schule, die wir durch die Frühförderung und die Vorschule schon seit
Zoe´s 10. Lebensmonat kennen und schätzen.
Sicherlich, ein längerer Schulweg, die Fahrt mit dem Taxi, in dem es Zoe
schon mal schlecht wird, keine Freunde aus der Nachbarschaft, der vielleicht
härtere Übergang zu Realschule oder Gymnasium… alles gute Gründe, auch
über eine ortsnahe Regelschule nachzudenken.
Aber hier wissen wir, dass unsere Tochter gut aufgehoben ist. Klassengrößen
von nur 6 Kindern, langjährige Erfahrungen für die besonderen Bedürfnisse
sehbehinderter und blinder Kinder, optimale Ausstattung mit Hilfsmitteln
und eine familiäre, liebevolle Atmosphäre sprechen für sich.
Unsere Sorge, daß Zoe nicht ihrer guten Leistungsfähigkeit gemäß geschult
wird und in eine Unterforderung hineinrutscht, hoffen wir durch die sehr
individuelle Förderung im kleinen Klassenverbund zu umgehen.
Auch dies war ein Argument für unsere Entscheidung:
Wir bewerten den so hoch gehandelten Begriff der Integration eher kritisch.
Sicherlich ein Gewinn für jedes nicht-behinderte Kind. Keine Frage. Aber
was bedeutet es für das Selbstbewusstsein eines sehbehinderten Kindes,
dass sich bei bestimmten Aufgaben immer als weniger leistungsfähig als
seine nicht-behinderte Klassenkameraden wahr nimmt?
Ob unsere Entscheidung richtig war, werden unsere Erfahrungen in den nächsten Jahren zeigen.
Fortsetzung folgt.
Angela Teuchert